Archiv der Kategorie: Uncategorized

Offener Brief: Xavier Naidoo bei den Schlossfestspielen

Sehr geehrter Herr Söll,
sehr geehrte Damen und Herren der ODEON Concerte GmbH & Co. KG,

als Veranstalter der Thurn & Taxis Schlossfestspiele wenden wir, die Initiative gegen Rechts Regensburg, uns an Sie.

Wir erachten es als höchst problematisch, dass Xavier Naidoo im Rahmen der Veranstaltung eingeladen worden ist. Naidoo verbreitet massenweise rechte Verschwörungstheorien und hat zudem Kontakte in die extrem Rechte, die bis hin zu Neonazis wie dem Rapper Chris Ares reichen.

Als Veranstalter tragen Sie natürlich Verantwortung für die dort geladenen Musiker und ihre Aussagen und Inhalte. Mit dem Auftritt bieten Sie einem Rechten eine öffentliche Plattform. Wir möchten Sie deshalb inständig bitten, dessen Auftritt noch einmal zu überdenken und den Auftritt von Xavier Naidoo abzusagen.

Schon im Vorfeld seines ersten Auftritts bei den Schlossfestspiele 2015 war Naidoo mit fragwürdigen Aussagen und Auftritten bei Kundgebungen der sogenannten Reichsbürgerszene aufgefallen. In der Folge kam es zu weiteren Vorfällen, etwa antisemitischen Textstellen in seinen Songs.

Wie Sie bestimmt den Medien entnehmen konnten, ist Naidoo Aufgrund eines rassistischen Videos als Mitglied der Jury von „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) gekündigt worden. Auch seine wirren Verschwörungsgedanken wurden vielfach von den Medien aufgegriffen. So glaubt der Sänger an eine – im Kontext der extrem Rechten entstandenen und dort weit verbreitete – „Theorie“ des „Qanon“. Er spricht von einem geheimen Netzwerk aus pädophilen Politiker*innen und Hollywood-Stars, die angeblich Kinder entführen, foltern und ermorden und aus ihnen ein magisches Mittelchen namens “Adrenochrom” erzeugen, um sich selbst zu verjüngen. (1)

Dabei sind entsprechende Behauptungen nicht nur absurd, wirr und völlig haltlos. Sie können tatsächlich zu Gewalt führen, wie zuletzt der Anschlag von Hanau zeigte, bei dem 10 Menschen ermordet wurden. Auch der Attentäter hatte sich zuvor mit der Bewegung QAnon auseinandergesetzt und in seinem Manifest von geheimen Netzwerken gesprochen.

Nun wollen wir nicht behaupten, Naidoo selbst würde zu einem Attentäter werden. Vielmehr ist er durch seinen Bekanntheitsgrad ein Verbreiter einer solchen gefährlichen Theorie und kann direkt auf die Fans und die Teilnehmer*innen der Schlossfestspiele – darunter viele junge Menschen – Einfluss nehmen. Er hilft damit, die rassistischen und antisemitischen Inhalte der extremen Rechten zu verbreiten.

Ebenso spielen Naidoos Behauptungen, das Coronavirus gäbe es gar nicht, in der aktuellen Lage entsprechenden Personen und Gruppierungen in die Hände. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die AfD sich mehrfach auf die Seite von Naidoo positioniert hat und etwa dessen Rauswurf bei DSDS als Skandal und Todgesang der Demokratie bewertet hat.

Nun geht es bei den Schlossfestspielen zwar vor allem um die Musik und die Songs von Naidoo kann man mögen oder nicht. Aber durch öffentliche Auftritte wird Naidoo und seinen politischen Ansichten, die weit rechts angesiedelt sind, eine Bühne geboten.

Bereits in anderen Städten wird darüber diskutiert, ob Auftritte des Mannheimers zugelassen werden sollen. Wir sehen auch Sie in der Pflicht, für Ihre Gäste Verantwortung zu übernehmen. Die Behauptung, als Veranstalter stehe es Ihnen nicht zu, sich zu den Aussagen von Künstlern zu äußern, halten wir für eine falsche Betrachtung der Situation, die Ihrer Verantwortung als Veranstalter nicht gerecht wird.

Mit freundlichen Grüßen

Initiative gegen Rechts Regensburg

(1) https://www.rnd.de/politik/qanon-der-aufstieg-einer-gefahrlichen-verschworungstheorie-ORTPE4D5YRFRZKVTMJBTFADJTY.html

Kundgebung gegen Verschwörungsmythen #11

Auch vergangen Samstag waren wir als Initiative gegen Rechts wieder auf dem Neupfarrplatz, um ein Zeichen zu setzen gegen die Verschwörungsmythen, die seit einigen Wochen von verschiedenen Akteuren und Zusammenschlüssen am Domplatz und andernorts verbreitet werden.

Den größten Zuspruch, obwohl die Anzahl der Zuhörer_innen tendenziell zurückgeht, erhält nach wie vor der Zusammenschluss „DenkMal“. Auf deren Einladung verbreiten jeden Samstag wechselnde Redner_innen ihre ganz persönlichen Thesen und Erlebnisse, die jedweder wissenschaftlichen Grundlage entbehren. Vor allem antisemitische, nationalistische und sozialdarwinistische Aussagen werden besonders laut von den noch verbliebenen Teilnehmenden beklatscht.

Das möchten wir nicht unkommentiert hinnehmen. Mit oder ohne Corona gilt: Haltet Abstand von rechten Ideologien und Verschwörungsmythen. Wer mit Rechten spaziert, hat nichts kapiert!

Wir werden auch im Juli weiter protestieren…

…denn unser Widerspruch gegen Verschwörungserzählungen, Sozialdarwinismus und Nationalismus ist nach wie vor dringend nötig in Regensburg.

Aus den diffusen, teils unangemeldeten Kundgebungen und vermeintlich unpolitischen „Spaziergängen“ von Anfang Mai sind mittlerweile festere Strukturen erwachsen. Am zeitweilig sehr präsenten „Froschkönig“ scheinen die Verschwörungsgläubigen ihr Interesse zwar verloren zu haben; seinen Aufrufen folgen mittlerweile nur noch eine Handvoll Fans.

Der neu formierte Zusammenschluss „DenkMal“ lädt jedoch regelmäßig Redner_innen zum Dom, die dort für ihre wahlweise verschwörungsideologischen, wissenschaftsfeindlichen, nationalistischen, populistischen, sozialdarwinistischen und vor allem unsolidarischen Thesen großen Applaus bekommen.

Dabei steht „DenkMal“ auch mit verschwörungsideologischen Protestler_innen anderer ostbayerischer Städte, beispielsweise in Passau, im Austausch. Innerhalb der Oberpfalz haben sich nun Regensburg, Roding und Schwandorf zusammengeschlossen und wollen künftig wochenweise wechselnd Kundgebungen abhalten. Es ist also mit mehreren Teilnehmenden aus der Oberpfalz zu rechnen.

Nach wie vor sind wir der Überzeugung: Man kann kritisch auf die Corona-Maßnahmen der letzten Monate blicken und auch kontrovers darüber diskutieren, wie es nun weitergehen soll, ohne aber Verschwörungsmythen anzuhängen, sich auf die deutsche Nation einzuschwören und rechte Themen zu bedienen. Das aber geschieht auf den Kundgebungen gegen die vermeintliche „Corona-Diktatur“ jede Woche und dem stellen wir uns als Initiative gegen Rechts klar entgegen.

Die Termine für Juli (werden aktualisiert):
Samstag, 04.07. 14:30 – 15:30 Neupfarrplatz
Samstag, 11.07. 18:00 – 19:00 Neupfarrplatz
Samstag, 18.07. 18:00 – 19:00 Neupfarrplatz
Samstag, 25.07. keine Kundgebung
Samstag, 01.08. keine Kundgebung

Mit oder ohne Corona gilt: Haltet Abstand von rechten Ideologien und Verschwörungsmythen. Wer mit Rechten spaziert, hat nix kapiert!

Solidarity first: Bitte bringt einen Mund-Nasen-Schutz mit und haltet mindestens 1,5 m Abstand zu anderen Kundgebungsteilnehmenden!

Protest gegen Verschwörungsmythen #8

Am 7. Juni, fand unsere mittlerweile achte IgR-Kundgebung gegen Verschwörungsmythen rund um die Corona-Pandemie und die extreme Rechte in Folge statt.

Redebeiträge gab es diesmal von drei Mitgliedsgruppen: vom Grünen Stadtrat Stefan Christoph, und dem SPD Stadtrat Dr. Thomas Burger und von der feministischen Gruppe eben.widerspruch.

Die Kundgebung der Struktur „DenkMal“ am Dom schrumpfte weiter: Es fanden sich nur ca. 40 Personen ein.

Geplanter AfD-Infostand

Am morgigen Samstag (07.03.2020) plant die „Alternative für Deutschland“ (AfD) im Regensburger Stadtgebiet einen Infostand. Sie wollen versuchen sich „bürgernah“ darzustellen und als Kümmerer zu präsentieren. Doch auf diesen Bluff gehen wir nicht ein, die AfD ist Teil der extremen Rechten. Und natürlich leisten wir dort Widerstand wo sie auftritt. Daher achtet morgen auf Ankündigungen auf unserer Facebookseite und informiert uns wenn euch was auffällt.

+++ Update: 07.03.2020

Was ist auf diesem Bild erkennbar? Bestimmt einiges, nur kein Infotisch der AfD.
Die extrem rechte Partei wollte heute ab 10 Uhr vorm Edeka in der Berliner Straße einen Infotisch abhalten. Wir kannten den Plan und hatten deswegen dort auch eine Kundgebung angemeldet, die AfD wiederum erinnerte sich wohl an die letzten Male (kaum Infomaterial losgeworden, Gegenprotest mit mehren hundert Personen) und hatte einen Rückzieher gemacht.

#noafd #keinkreuzderafd #keinerfolgfürdieafd

Danke!

Wir haben uns sehr gefreut, dass 70 Leute gestern an unserer Veranstaltung „Die extreme Rechte in Regensburg teilgenommen haben. Von der Straße in den Stadtrat?“ teilgenommen haben. Besonders bedanken wir uns bei Jan Nowak von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus, der uns die Regensburger AfD-Stadtratskandidaten ideologisch und personell nähergebracht hat und bei allen Anwesenden, ob Stadträt_innen, Vertreter von Parteien oder engagierte Antifaschist_innen, die sich so interessiert an der Diskussion im Anschluss beteiligt haben.

Am meisten hat uns gestern der hohe Zuspruch zu unserer Kampagne „Kein Kreuz der AfD“ und die vielen freiwilligen Verteiler_innen für unsere Postwurfsendungen begeistert. Ganze 24.000 Postwurfsendungen wurden gestern am Infostand der Kampagne abgeholt! Wer sich noch beteiligen möchte, kann sich nach wie vor unter kontakt@initiativegegenrechts.net melden.

#noafd#kommunalwahl#kommunalwahl2020#regensburg#keinkreuzderafd

Vortrag: Die extreme Rechte. Von der Straße in den Stadtrat?

In den letzten Jahren ist der legalistisch agierende Teil der extremen Rechte in der Region vor allem mit Infoständen, Kundgebungen etc. in die Öffentlichkeit getreten. Mit den Kommunalwahlen Mitte März könnte sich das ändern. Welche Akteure der hiesigen extremen Rechten haben kommunalpolitische Ambitionen? Wie sind sie ideologisch zu verorten? Mit welchen Themen und Aktionsformen treten sie in die Öffentlichkeit? Welche Auswirkungen könnte eine parlamentarische Verankerung mit sich bringen und wie können Gesellschaft und Politik darauf reagieren?

Im Vortrag soll diesen Fragen nachgegangen werden, ebenso besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

—–
Einlassvorbehalt: Die Veranstalter_innen behalten sich gemäß §6 VersG/Art. 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.

Kampagne: „Kein Kreuz der AfD“

Bei der Kommunalwahl im März 2020 steht die „Alternative für Deutschland“ (AfD) sowohl in der Stadt als auch im Landkreis Regensburg auf dem Wahlzettel. Über keine zweite Partei wird so viel diskutiert und gestritten. Verteidigt wird die extrem rechte Partei häufig damit, ‚denen da oben‘ einen Denkzettel verpassen zu wollen oder die Interessen der ‚kleinen Leute‘ stärker in die Politik einzubringen. Aber welche Forderungen vertritt die AfD wirklich und was bedeuten sie für unsere Gesellschaft?

In einer Postwurfsendung an alle Haushalte zur Kommunalwahl haben wir uns mit der extrem rechten Partei auseinandergesetzt. Das Flugblatt kann auch online gelesen werden: Hier

Protest voller Erfolg

Wir sind überwältigt von den 400 Leuten, die sich am heutigen Dienstagnachmittag dem Infostand der AfD-Landtagsfraktion am Domplatz entgegengestellt haben!

Vielen Dank an alle, die laustark gegen die rassistische Hetze protestiert haben! Zusammen mit vielen weiteren Regensburger Akteuren und und mit Redebeiträgen unter anderem von Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer, dem suspendierten Oberbürgermeister Wolbergs, den JuSos, der Linksjugend solid, der Gewerkschaft ver.di und dem Bündnis gegen Abschiebelager haben wir gezeigt, dass faschistische Hetze in Regensburg nicht willkommen ist! Das sahen wohl auch die ca. 15 TeilnehmerInnen der AfD-Kundgebung ein und verließen den Domplatz bereits eine Stunde früher als geplant.

#noafd#Regensburg#Danke

05.11.2019 – Protest gegen die AfD Kundgebung

Am kommende Dienstag den 05. November 2019 will die Landtagsfraktion der bayerischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) eine Kundgebung vor dem Regensburger Dom abhalten. Nach ihrem Infostanddebakel am 20.09.19 versucht die extrem rechte Partei nun schon wieder ihren Rassismus, völkischen Nationalismus und Hetze in Regensburg zu verbreiten.


Den Hass der AfD auf Migrant_innen, Geflüchtete und alle, die sie für „nicht deutsch“ hält, entlud sich zuletzt in der rassistischen Hetze gegen das Nürnberger Christkind Benigna Munsi. Auch am Dienstag steht der Rassismus der extrem rechten Partei im Fokus. Unter dem Veranstaltungstitel „Sichere Städte statt sichere Häfen“ verknüpft die AfD ihren Rassismus mit einem diffusen „Sicherheits“-Diskurs. Sie erklärt Kriminialität zum migrantischen Problem und Migrant_innen pauschal zu Verbrecher_innen. Diese Verknüpfung findet von der AfD bis in die „Mitte“ der Gesellschaft Zuspruch. Die AfD treibt diesen Diskurs um „kriminelle Migranten“ bewusst voran.


Mit ihrer Kampagne fordern sie zudem eine „Ausgangssperre in Ankerzentren“, was Internierungslagern gleich kommen würde.
Die AfD spricht sie sich gegen jegliche zivile Seenotrettung im Mittelmeer aus, in dieser sehen sie ein Instrument der „Umsiedlungsmaschinerie“. Die faschistische Partei knüpft damit an die rassistischen und antisemitischen Verschwörungstheorie des „Großen Austausches“ an (1). Dieses Konzept ist weit in der Rechten verbreitet, auch der neonazistische Attentäter von Halle der am 09. Oktober 2019 zwei Menschen erschoss bezog sich darauf.

Dieser rassistischen und tödlichen Ideologie stellen wir uns entgegen.

Zusammen mit der SPD Ortsverein Regensburg Altstadt rufen wir zu Protest auf.
Kommt am 05. November 2019 ab 14:30 Uhr zum Domplatz.
#noafd