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Aufruf zum Protest gegen Querdenken am 5. Dezember 2020

IGR Kundgebung: 10:30 Uhr am Protzenweiher bei der Lok (Stadtamhof)
Bitte nicht vergessen, haltet die Abstände ein, bleibt zu Hause wenn ihr euch krank fühlt und tragt eine Maske.
Neue Infos bei Twitter und FB unter dem Hashtag #rgb0512

Die nächste Aktion der selbsternannten Corona-Rebell:innen steht an: Am morgigen Samstag, dem 5. Dezember planen Akteur:innen des verschwörungsideologischen Spektrums rund um „Querdenken941“ erneut mehrere Versammlungen in Regensburg. So wird aktuell in den regionalen Telegramgruppen ein Sternmarsch unter dem Motto „Demohopping statt Weihnachtsshopping“ mit mehreren Orten – aktuell noch ohne genauere Angaben– beworben. Im Zentrum steht hier wohl die Forderung, die Maskenpflicht in der Innenstadt kollektiv zu unterlaufen. Allerdings kann auch stark angezweifelt werden ob es – in Anbetracht der kurzen Mobilisierungszeit – auch zu einem größeren Sternmarsch kommen wird.

Höhepunkt des Tages soll die Versammlung „Regensburger Adventszauber“ von 13 – 16 Uhr in Stadtamhof sein. Dabei handelt es sich um eine Kundgebung der Tour „Bayern steht auf! – Querdenken871 Infotour“ sein. Mit einem LKW als Bühne reisen Landshuter „Querdenken“- Akteur:innen rund um Bernd T. D. und Renate K. aktuell durch Niederbayern und machen jedes Wochenende in einer anderen Stadt Halt. In der Vergangenheit waren bei deren Veranstaltungen auch schon militante Neonazis und andere extrem Rechte als Redner oder Ordner involviert.

Die vergangenen Wochen und Monate haben gezeigt, dass „Querdenken“ auch in Regensburg keine harmlose Vereinigung von Menschen mit Kritik an den Corona-Maßnahmen ist. Die Gruppe verbreitet ungebrochen extrem rechte Narrative, Verschwörungserzählungen und Sozialdarwinismus. Konsequent dürfen wir das nicht unwidersprochen lassen.

Wir rufen daher morgen zunächst um 10:30 an der „Lok“ in Stadtamhof zur Kundgebung gegen Verschwörungsideologien und ihre Anhänger:innen auf. Vermutlich aufgrund der vielen und breit getragenen Proteste gegen die Anhänger:innen der Verschwörungsideologien rund um „Querdenken“, scheinen diese nun mehr intern und kurzfristig zu mobilisieren. Für Infos zum Protest in Hör- und Sichtweite gilt auch an diesem Tag: Holt euch Infos bei Facebook und Twitter unter dem Hashtag #rgb0512 und plant morgen, auch spontan zu sein.

20. – 22.11.2020 | Protestwochenende

Ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter uns. Nachdem am Freitag schon der Haidplatz für sieben Stunden vom extrem rechten Akteuer Michael Stürzenberger und seiner „Bürgerbewegung Pax Europa“ belagert wurde, fanden sich am gestrigen Sonntag die Verschwörungsideolog:innen rund um Querdenken941 zu gleich zwei Veranstaltungen zusammen.

An beiden Tagen haben wir als Bündnis Initiative gegen Rechts aber den rechten Akteur:innen zeigen können, dass wir weder Rassismus und Nationalismus, noch Antisemitismus und Verschwörungsideologie unwidersprochen lassen. Der unter anderem von Annette G. und Holger B. organisierte „Schweigemarsch“ sollte eigentlich um 14 Uhr am Dultplatz starten, wurde aber von den „Querdenkern“ aufgrund unserer Protestveranstaltung verlegt. Dies hatte zum Anlass, dass einige Teilnehmer:innen nicht wussten wohin sie müssen und der Auftakt der Demonstration nur mit wenigen Teilnehmern begann. Auf der Höhe der Nibelungenbrücke wuchs der „Schweigemarsch“ an und ab diesem Zeitpunkt wurde die Demonstration auch mit unterschiedlichen Protestformen begleitet. Wir zählten an dem Tag knapp 100 Personen die entlang der Route mit Parolen, Transparenten, Schildern und Rufen auf der Hauptroute und in den Nebenstraßen den „Querdenkern“ ihre Meinung kundgetan haben.

Immer wieder haben auch Passant:innen ihren Unmut über die „Querdenker“ ausgedrückt. Zudem kam es teilweise zu kleineren Blockaden, sodass der Schweigemarsch nicht auf seiner geplanten Route stattfinden konnte. Auch der Endpunkt fand nicht wie geplant am Dultplatz sondern knapp einen Kilometer davon entfernt statt. In zwei Gruppen (ohne Abstand und Maske) mussten die Teilnehmer:innen dann auf dem Fußweg zum Dultplatz gehen. Dort wurden sie schon von knapp 60 Gegendemonstrant_innen auf der Oberpfalzbrücke mit Parolen und Transparenten empfangen.

Vielen Dank an alle, die sich an den Gegenprotesten beteiligten und über Stunden und viele Kilometer hinweg immer wieder gezeigt haben, dass in Regensburg „Querdenken“ nicht Willkommen ist. Vielen Dank auch an die Sanitätsgruppe Süd-Ost und die Rote Hilfe OG Regensburg für ihre Unterstützung!

+++ News: Protest gegen den „Schweigemarsch“ +++

Sonntag, 22.11.2020

IgR Kundgebung: 13:30 | Dultplatz Ost
IgR Anlaufstelle im Ostenviertel: 14:45 | DGB Haus (Richard-Wagner-Str. 2)

Am morgigen Sonntag (22.11.2020) wollen Verschwörungsideologieanhänger_innen rund um Annette G. und Holger B. und ihre Organisation Querdenken941 einen Protest „Schweigemarsch“ machen. Die Demonstration wird am Dultplatz um 14 Uhr starten.

Wir hoffen auf regen Protest entlang der Route um den Rechten zu zeigen, dass Verschwörungstheorien, Antisemitismus und rechte Umsturzphantasien nicht unwidersprochen bleiben.

Für morgen wird es von der IgR zwei zentrale Punkte geben. Zum einen eine Kundgebung um 13:30 Uhr am Dultplatz Ost und zum anderen eine Anlaufstelle im Ostenviertel am DGB Haus (Richard-Wagner-Str. 2) ab 14:45 Uhr.

Protest gegen die rechte Kundgebung von BPE und Michael Stürzenberger

Freitag, 20.11.2020
11:00 | Neupfarrplatz

Am Freitag ist eine Kundgebung der „Bürgerbewegung Pax Europa e. V.“ (BPE) mit dem Münchner Rechten Michael Stürzenberger am Haidplatz geplant. Als Initiative gegen Rechts mobilisieren wir ab 11:00 zur Gegenkundgebung am Neupfarrplatz.

Michael Stürzenberger ist ein extrem rechter Multifunktionär. Er tritt als Organisator und Redner bei extrem rechten Sammelbewegungen, wie PEGIDA oder HoGeS auf und zeigt hierbei auch keine Berührungsängste mit Neonazis.

Er selbst vertritt ein äußert rassistisches Weltbild das auch in seinen Artikeln für den extrem rechten Blog „Politically Incorrect“ immer wieder sichtbar wird. Langjähriger politischer Weggefährte Stürzenbergers ist der Vorsitzende des Regensburger AfD-Kreisverbands und mittlerweile im Regensburger Stadtrat sitzende Erhard Brucker. Auch er versucht sich immer wieder als Islam-Experte zu inszenieren und bedient dabei gerne die extrem rechte Mär vom „Bevölkerungsaustausch“.

Mit der „Bürgerbewegung Pax Europa e. V.“ versuchen die Rechten, sich als Retter der Menschenrechte und der Werte der Aufklärung zu inszenieren. Dies gelingt ihnen aber schlecht. Stürzenberger & co. wollen die vermeintlich hochgehaltenen Werte und Freiheiten für Geflüchtete, deren Flucht sie als gesteuerte Masseneinwanderung diffamieren, gerade nicht gelten lassen. Auch an ihrem positiven Bezug auf ein vermeintliches homogenes Volk lässt sich erkennen, dass ihre Absicht nicht das Diskutieren über Probleme des Islamismus, sondern eine Instrumentalisierung zu ihren rassistischen Zwecken ist.

Wenn sich in Regensburg Hetzer auf die Straße stellen, dürfen wir das nicht unkommentiert lassen. So wird Regensburg den Rechten am kommenden Freitag zeigen, dass wir Menschenfeindlichkeit und Ausgrenzung in dieser Stadt nicht haben wollen.

Kommt deshalb am Freitag um 11:00 zu unserer Kundgebung am Neupfarrplatz!Wie bei allen Protesten der IgR achten wir auf Hygiene- und Abstandsregeln. Tragt daher bitte einen MNS und achtet auf Abstände. Wer sich krank fühlt, bleibt bitte zu Hause. #rgb2011#nobpe

+++ Protestwochenende +++

In den kommenden Tage sind in #Regensburg zwei Veranstaltungen mit extrem rechten Charakter. Wir wollen dies nicht unkommentiert lassen und rufen zum Protest auf:

– Freitag, 20.11.2020
Protest gegen die Kundgebung von Michael Stürzenberger und die „Bürgerbewegung Pax Europa e. V.“
Diese ist ab 12 Uhr am Haidplatz
IGR Kundgebung: 11 Uhr Neupfarrplatz
https://www.facebook.com/events/888896398313754/
#rgb2011

– Sonntag, 22.11.2020
Protest gegen die verschwörungsideologische Demonstration „Schweigemarsch“
Diese ist ab 14 Uhr am Dultplatz
Weitere Infos folgen
https://www.facebook.com/events/685688209052178#rgb2211

\\\ News zu #rgb1411 ///

Aktuell sind wir immer noch im Aushandlungsprozess wo die IgR Kundgebung(en) am Samstag stattfinden werden. Wir arbeiten unter Hochdruck an einem Konzept, dass Protest von vielen zulässt und gleichzeitig aber auch der Pandemie bedingt keine Gefahr darstellt. Wir wollen an dem Tag eine Anlaufstelle für Protest- in Hör- und Sichtweite sein.

Natürlich ist individueller Protest entlang der Route der „Querdenken“- Demonstration (Start wohl ab 11:00 in der Friedensstraße, Route wahrscheinlich über die Martin-Luther Straße) erwünscht und legitim. Achtet dabei aber bitte auf AHA-Regeln. Die anschließende stationäre Versammlung der „Querdenker“ am Dultplatz dauert von etwa 13:00 – 18:00.

Genaue Informationen zum Ablauf an dem Tag können wir vermutlich erst sehr kurzfristig geben. Im schlechtesten Falle erst einige Stunden vor den Versammlungen. Informiert euch bitte daher am Samstag Morgen auf unserer Facebook Seite und/ oder auf unserer Homepage initiativegegenrechts.net.

Auch wenn vieles noch unklar ist, können wir jetzt schon sagen, dass der Tag sehr lang wird. Optimalerweise verteilen sich die Protestierenden über den Tag, das schafft auch eine Entzerrung der Menschenmengen.

\\\ Protestmittel #rgb1411 ///

Auch wenn noch einige Tage bis zu unserem Protest sind, hier schon einmal der Tipp welche Protestmittel alles gut sein können:

1.) Ganz wichtig: Mund-Nasen-Schutz!¹

2.) Protestmittel die sich mit der Hand bedienen lassen:

-Ratsche – Handpfeife – Kochtöpfe – etc.

-3.) Protestschilder, Banner, etc…

Viel Spaß beim Einkaufen, wir sehen uns am Samstag!

¹https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Stoff-OP-oder-FFP2-Maske-Welche-schuetzt-vor-Corona,schutzmasken150.html?fbclid=IwAR3sThhPCY-Lk_9bETcam4zViQGyuB7MDm0UkL9jFIPaCKpg7hgiTuqJsPw

Mitmachkampagne #mitdenken

Am 14. November 2020 mobilisiert der neu gegründete Regensburger Ableger der verschwörungsideologischen „Querdenken“-Struktur zu einem „Fest für Freiheit, Frieden & Selbstbestimmung“ und einem vorherigen „Trommelaufzug“.

Für Regensburg bedeutet das voraussichtlich die größte rechte Veranstaltung seit Jahren. Zu erwarten sind mehrere hundert Teilnehmende aus ganz Süddeutschland, die wenig von Solidarität und Hygieneregeln halten sowie eine Melange aus Verschwörungsideolog_innen, Esoteriker_innen, Antisemit_innen, Neonazis und anderen extremen Rechten.

Als Initiative gegen Rechts wollen wir dem verschwörungsideologischen Event etwas entgegen setzen. Deshalb arbeiten wir aktuell an einem sicheren Konzept, um unserem Protest vor Ort Ausdruck zu verleihen. Genau so wichtig ist uns aber, im Vorfeld aufzuklären und im Netz sichtbar zu werden.

Wir rufen deshalb auf: Postet unter den Hashtags #mitdenken #querdenken941 und #rgb1411 Statements, Memes, Videos, Bilder oder Schilder, um schon im Vorfeld klar zu machen: Die „Querdenker“ sind in Regensburg nicht willkommen!

Aufruf zum Protest: gegen „Querdenken941“ am 14. November!

Am 14. November 2020 mobilisiert der neu gegründete Regensburger Ableger der verschwörungsideologischen „Querdenken“-Struktur zu einem „Fest für Freiheit, Frieden & Selbstbestimmung“ und einem vorherigen „Trommelaufzug“. Für Regensburg bedeutet das voraussichtlich die größte rechte Veranstaltung seit Jahren.

Bei ähnlichen Großveranstaltungen (wie am 19. September in Landshut oder am 24. Oktober in Weiden) fand sich eine Melange aus Verschwörungsideolog_innen, Esoteriker_innen, Antisemit_innen, Neonazis und anderen extremen Rechten ein. Auch in Regensburg ist mit mehreren hundert solcher Teilnehmenden aus ganz Süddeutschland zu rechnen, die erwartungsgemäß wenig von Solidarität und Hygieneregeln halten. In den letzten Monaten schreitet die Radikalisierung des Milieus stetig voran. So gab es in Berlin am 25. Oktober einen Brandanschlag auf das Robert-Koch-Institut und in einer Nürnberger Telegramgruppe wurden Bombenbaupläne verschickt. Aber auch in Regensburg lässt sich eine Radikalisierung feststellen.

„Querdenken941“ (benannt nach der Regensburger Telefonvorwahl) testete in Regensburg in den vergangenen Wochen verschiedene Aktionsformen. Beispielsweise zogen sie in einer Demonstration durch die Altstadt, organisierten eine Fahrraddemo mit verschwörungsideologischen Schildern oder verbreiteten Fake News mit einem Infostand nahe des Corona-Testzentrums am Dultplatz. Die seit dem Frühjahr wöchentlich stattfindende Versammlung auf der Steinernen Brücke ist ebenfalls dem „Querdenken941“-Milieu zuzurechnen. Hauptorganisatorin ist eine Ärztin aus Regenstauf, die keinen Hehl daraus macht, rechte Quellen zu nutzen und Verschwörungsideologien anzuhängen. Auf einer Demonstration gegen die Maskenpflicht am 1. Oktober trat neben ihr der Neonazi Jakob H. auf. Auf Social Media betrieb dieser Holocaustleugnung, NS-Verherrlichung und massive Gewaltandrohungen.

Großveranstaltungen sind aktuell der Nährboden der „Querdenken“-Kampagne. Das Event in Regensburg ist aber kein harmloses Familienfest, wie suggeriert werden soll, sondern eine politische Veranstaltung. Nicht nur wird das Corona-Virus systematisch verharmlost oder die Maßnahmen zu seiner Eindämmung mit dem Nationalsozialismus verglichen, auch Verschwörungsmythen über eine angebliche „Plandemie“ und Ähnliches werden verbreitet. Die angekündigten Redner zeigen klar, dass es sich um eine rechte Veranstaltung handelt. So sollen als überregionale Gäste Thorsten Schulte und Nana „Lifestyler“ Domena sprechen, beide sind seit Jahren fester Bestandteil der extremen Rechten.

Thorsten „Silberjunge“ Schulte publizierte einige Bücher im rechten Kopp-Verlag, darunter ein Buch mit AfD MdB Peter Boerhinger. Für sein neustes Buch veröffentliche er zusammen mit dem extrem rechten Rapper Chris Ares ein Musikvideo. Auch als Redner bei PEGIDA (zuletzt im Juni 2020 in Dresden) und bei AfD-Veranstaltungen trat Schulte bereits auf. Auf YouTube verbreitet der 47-Jährige Videos, denen häufig antisemitische, verschwörungsideologische und rassistische Inhalte zugrunde liegen.

Auch ein weiterer Redner, Nana Domena, agiert vor allem auf Social Media. Seit 2018 betreibt der PoC unter anderem mit dem Neonazi-Kader Frank Kraemer ein Format, in dem die beiden regelmäßig eine „Rassen“- bzw. „Blut und Boden“-Ideologie verbreiteten. Auf der Leipziger Buchmesse 2019 traten die beiden zusammen auf einem Podium der neonazistischen NPD auf. Kraemer, Mitglied der Rechts-Rock-Band „Stahlgewitter“ (die wiederum dem rechtsterroristischen Spektrum von Blood&Honour nahe steht), verbindet mit Domena laut Eigenangabe eine „besondere Freundschaft“.

Als Initiative gegen Rechts wollen wir dem verschwörungsideologischen Event mit seinen extrem rechten Redner_innen etwas entgegen setzen. Wir rufen daher zum Protest am 14. November auf. Weitere Infos zur Uhrzeit und Ort werden wir noch veröffentlichen. Unter Einhaltung aller geltenden Hygiene- und Abstandsregeln wollen wir ein klares und lautes Zeichen gegen Verschwörungsmythen, gegen Antisemitismus und Rassismus und für Solidarität setzen!

Darüber hinaus ist uns aber wichtig, im Vorfeld aufzuklären und im Netz sichtbar zu werden. Wir rufen deshalb auf: Postet unter den Hashtags #mitdenken #querdenken941 und #rgb1411 Statements, Memes, Videos, Bilder oder Schilder, um schon im Vorfeld klar zu machen: Die „Querdenker“ sind in Regensburg nicht willkommen! Schickt uns gerne auch den Link dazu, damit wir euren Content reposten können.

Offener Brief: Xavier Naidoo bei den Schlossfestspielen

Sehr geehrter Herr Söll,
sehr geehrte Damen und Herren der ODEON Concerte GmbH & Co. KG,

als Veranstalter der Thurn & Taxis Schlossfestspiele wenden wir, die Initiative gegen Rechts Regensburg, uns an Sie.

Wir erachten es als höchst problematisch, dass Xavier Naidoo im Rahmen der Veranstaltung eingeladen worden ist. Naidoo verbreitet massenweise rechte Verschwörungstheorien und hat zudem Kontakte in die extrem Rechte, die bis hin zu Neonazis wie dem Rapper Chris Ares reichen.

Als Veranstalter tragen Sie natürlich Verantwortung für die dort geladenen Musiker und ihre Aussagen und Inhalte. Mit dem Auftritt bieten Sie einem Rechten eine öffentliche Plattform. Wir möchten Sie deshalb inständig bitten, dessen Auftritt noch einmal zu überdenken und den Auftritt von Xavier Naidoo abzusagen.

Schon im Vorfeld seines ersten Auftritts bei den Schlossfestspiele 2015 war Naidoo mit fragwürdigen Aussagen und Auftritten bei Kundgebungen der sogenannten Reichsbürgerszene aufgefallen. In der Folge kam es zu weiteren Vorfällen, etwa antisemitischen Textstellen in seinen Songs.

Wie Sie bestimmt den Medien entnehmen konnten, ist Naidoo Aufgrund eines rassistischen Videos als Mitglied der Jury von „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) gekündigt worden. Auch seine wirren Verschwörungsgedanken wurden vielfach von den Medien aufgegriffen. So glaubt der Sänger an eine – im Kontext der extrem Rechten entstandenen und dort weit verbreitete – „Theorie“ des „Qanon“. Er spricht von einem geheimen Netzwerk aus pädophilen Politiker*innen und Hollywood-Stars, die angeblich Kinder entführen, foltern und ermorden und aus ihnen ein magisches Mittelchen namens “Adrenochrom” erzeugen, um sich selbst zu verjüngen. (1)

Dabei sind entsprechende Behauptungen nicht nur absurd, wirr und völlig haltlos. Sie können tatsächlich zu Gewalt führen, wie zuletzt der Anschlag von Hanau zeigte, bei dem 10 Menschen ermordet wurden. Auch der Attentäter hatte sich zuvor mit der Bewegung QAnon auseinandergesetzt und in seinem Manifest von geheimen Netzwerken gesprochen.

Nun wollen wir nicht behaupten, Naidoo selbst würde zu einem Attentäter werden. Vielmehr ist er durch seinen Bekanntheitsgrad ein Verbreiter einer solchen gefährlichen Theorie und kann direkt auf die Fans und die Teilnehmer*innen der Schlossfestspiele – darunter viele junge Menschen – Einfluss nehmen. Er hilft damit, die rassistischen und antisemitischen Inhalte der extremen Rechten zu verbreiten.

Ebenso spielen Naidoos Behauptungen, das Coronavirus gäbe es gar nicht, in der aktuellen Lage entsprechenden Personen und Gruppierungen in die Hände. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die AfD sich mehrfach auf die Seite von Naidoo positioniert hat und etwa dessen Rauswurf bei DSDS als Skandal und Todgesang der Demokratie bewertet hat.

Nun geht es bei den Schlossfestspielen zwar vor allem um die Musik und die Songs von Naidoo kann man mögen oder nicht. Aber durch öffentliche Auftritte wird Naidoo und seinen politischen Ansichten, die weit rechts angesiedelt sind, eine Bühne geboten.

Bereits in anderen Städten wird darüber diskutiert, ob Auftritte des Mannheimers zugelassen werden sollen. Wir sehen auch Sie in der Pflicht, für Ihre Gäste Verantwortung zu übernehmen. Die Behauptung, als Veranstalter stehe es Ihnen nicht zu, sich zu den Aussagen von Künstlern zu äußern, halten wir für eine falsche Betrachtung der Situation, die Ihrer Verantwortung als Veranstalter nicht gerecht wird.

Mit freundlichen Grüßen

Initiative gegen Rechts Regensburg

(1) https://www.rnd.de/politik/qanon-der-aufstieg-einer-gefahrlichen-verschworungstheorie-ORTPE4D5YRFRZKVTMJBTFADJTY.html